Kreuz auf dem Kippel
Als Gedenkkreuz an die Opfer und Leiden des 2. Weltkrieges und zum Dank, dass Eschhofen trotz großer Gefährdung vor der Zerstörung verschont blieb, errichteten die „Jungmänner“, die älteren der katholischen Jugend, im März/April 1947 das Kreuz. Aus Trümmern der gesprengten Autobahnbrücke wurden Steinquader von mehreren Zentnern freigelegt und mit Hilfe von Hebeln und Rollen aufgeladen und zum Kippel gebracht. Teile vom Brückengeländer wurden gerichtet und als Standfuß und Rückenstütze verarbeitet. In einem kleinen Waldstück wurde eine Eiche ausgesucht, die Josef Wagenbach mit dem Pferdefuhrwerk nach Limburg für die Herstellung der Kreuzbalken zur Zimmerei Breuer und Harbach verbrachte. Das Kreuz selbst wurde dann von Wagnermeister Theodor Speth in seiner Werkstatt hergerichtet. Bevor die Balken zusammengefügt wurden, wurde zwischen ihnen eine Urkunde mit den Namen derjenigen eingelassen, die bei der Erstellung des Kreuzes beteiligt waren.
In den Aufzeichnungen des früheren Pfarrjugendführers Bernhard Schmitt ist folgendes zu lesen: „…02.05.47… nun wird das 6m hohe Kreuz aufgerichtet… es sind etwa 12 Jungmänner und einige Männer auf dem Kippel versammelt…“ Am 03.05.1947 wurde das Kreuz von Pfarrer Schramm geweiht. Die Ansprache hielt Pater Munkler, der über den Sinn und die Bedeutung der Errichtung des Kreuzes sprach.“
Da das Holz nach 57 Jahren morsch geworden war, wurde das Kreuz 2004 niedergelegt. Der Arbeitskreis Heimatpflege unter Leitung von Christoph Stein und Hermann Krämer hat ein neues Kreuz errichtet und am 06.11.2004 aufgestellt, am 13.11.2004 erfolgte die Segnung durch Pfarrer Hubertus Janssen. In dieses Kreuz sind ebenfalls Urkunden eingelassen, die über die Errichtung des ursprünglichen Kreuzes und auch das neue Kreuz berichten.
Von der Flamme der Osterkerze in der Pfarrkirche St. Antonius wird das Osterfeuer seit der Errichtung des Kreuzes in dessen Nähe jährlich in der Osternacht von der Pfarrjugend entzündet.
Anlässlich des 75jährigen Jubiläums wurde das Kreuz 2022 abgeschliffen und gestrichen, ebenso die Befestigung.
Quellen:
- Anton Jung: Unser Heimatbuch, 1974
- Kath. Kirchengemeinde Eschhofen, Festschrift anläßlich des Jubiläums 150 Jahre Pfarrei, 100 Jahre Pfarrkirche St. Antonius Eschhofen 1990-1991
- Arbeitskreis Heimatpflege Eschhofen e.V.
Eschhofen, im September 2026
